Am Anfang

 

......wurde dem Fußballsport recht unkonventionell und ohne jegliche Organisation gefrönt. Das Interesse an dieser Sportart wuchs jedoch ständig, so daß schließlich im Jahre 1906 "das Kind" einen Namen bekam. Man bildete den Verein Fußballclub 1906 und wählte sich einen Vorstand.

Bei der Gründungsversammlung in der ehemaligen Brauerei Ferdinand Bendel wurde Karl Reber Vorsitzender. Mit ihm wurden die Herren Jean Germann, Ferdinand Brödel, Heinrich Bernhard, Fritz Frenzel, Willi Abel und Adam Servas in den Vorstand berufen.

Damit war der Weg frei, die offizielle  Spielerlaubnis zu erhalten und sich an den Wettbewerbsspielen zu beteiligen. Der Fußballsport wurde in Deutschland zum Volkssport Nummer eins.

Auch der Fußballclub 1906 wurde immer mehr zu einem der führenden Vereine in Rodalben.Diese Entwicklung hing vor allen Dingen auch von den Leuten ab, die in den Anfangsjahren und in der Folgezeit im Vorstand Verantwortung trugen und als Spieler und Sportsleute den Verein repräsentierten. Ihr unermüdlicher und selbstloser Einsatz um den Fußball und den Fußballclub 1906 im besonderen war Garant für stete Aufwärts-und Fortentwicklung.

Die Frage des Sportplatzes konnte 1912 gelöst werden. Mit der Pachtung des Sport- und Freizeitplatzes aus dem "Dr. Frank´schen Schulfonds" von der Gemeinde erhielt der Fußballclub in der Zweibrücker Straße eine Heimstatt.

Auch harte Schläge konnten diese Entwicklung nicht bremsen. Im ersten Weltkrieg mußten 48 Mitglieder unseres Vereins ihr Leben lassen. Zu deren Gedenken wurde 1923 von Richard Wagner auf dem Friedhof im Leiterstal ein Grabmal errichtet.

Aber auch diese Wunden verheilten und der Verein entwickelte sich zu neuer und noch größerer Blüte. Männer wie Karl Reber, Heinrich Koch, Ferdinand Brödel, Ernst Ludy, Richard Wagner und Ludwig Scharwatz, die nach dem Ersten bis zum Zweiten Weltkrieg Vorsitzende waren, führten den Verein selbstlos und in großer Treue zum Fußballsport immer weiter nach oben. Viele junge Rodalber schlossen sich dem Verein an und betrieben dort Körperertüchtigung. Der Wettbewerb im Kampf um Tore und Punkte stand damals wie heute im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens.

Noch bis ins Jahr 1941 wurde beim Fußballclub 1906 der Spielbetrieb aufrecht erhalten. Doch dann warf der 2. Weltkrieg seinen Schatten auch über den Fußballclub. Fast alle Aktiven mußten zum Dienst mit der Waffe antreten und wurden hierzu in die Ferne geschickt. Das Sportplatzgelände wurde von den Militärs belegt. So brach schließlich der Spielbetrieb vollends zusammen.

Viele unserer Freunden und Mitglieder mußten in diesem Krieg ihr Leben lassen, wurden verschollen, kamen in Gefangenschaft oder kehrten als kranke Menschen wieder heim. Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg stand unter ähnlichen Vorzeichen wie die Gründung. Improvisation und Ideenreichtum wurden angetrieben von der Liebe zum Fußballsport. Schon frühzeitig entstand so ein variabler Spielbetrieb. Nach der Aufhebung des Militärdekrets, durch das alle sporttreibenden Vereine in Rodalben zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen worden waren, wurde der Fußballclub 1906 wieder eigenständig. Auch der ordentliche Spielbetrieb kam allmählich wieder in Gang.

Sehr viele hervorragende Spielerpersönlichkeiten brachte der Verein in den Folgejahren hervor. Und immer wieder war es die eigene Jugendabteilung, aus der diese Spieler nachwuchsen. In den Protokollen taucht in diesem Zusammenhang mit der Jugend immer wieder der Name Oskar Wafzig auf. Seit dem Jahre 1926 bis 1974 war er Jugendleiter. Seine Art des väterlichen Freundes und sein Können, im Zusammenwirken mit den jeweiligen weiteren Verantwortlichen, waren Garant für die sportliche und fußballerische Entwicklung der Jugend.

Als erster Vorsitzender nach dem 2. Weltkrieg wurde Ludwig Scharwatz bestimmt. Ihm folgten Robert Servas, Eduard Butz und Karl Bold in diesem Amt. 1957 übernahm Willi Frank die Vereinsführung. In seiner Amtszeit konnte das 1912 gepachtete Sportgelände als Eigentum übernommen werden. Auch das erste Sportheim im Landkreis wurde unter seiner Federführung errichtet.

Der größte sportliche Erfolg während seiner Amtszeit war zum Abschluß der Spielsaison 1961/62 der Aufstieg in die höchste deutsche Amateurklasse. Dies dürfte wohl bis zu diesem Zeitpunkt auch der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte gewesen sein. Auch 1960/61 war der FC 06 Meister der II. Amateurliga.

Die gesamte Meistermannschaft bestand damals aus der eigenen Jugend, hervorgegangen aus der Schule des Oskar Wafzig. Noch rechtzeitig zur Meisterschaftsfeier wurde im gleichen Jahr die A-Jugend-Mannschaft Meister im Bezirk. Ein wahrlich erfolgreiches Jahr.

Auch die Errichtung der Flutlichtanlage fällt in die Amtsperiode von Willi Frank. 1967 mußte er sein Amt aus geschäftlichen Gründen zur Verfügung stellen. Sein Nachfolger wurde Richard Kern. Willi Frank wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Nach den erfolgreichen Jahren erlebte der Verein auch einen sportlichen Tiefschlag. Ohne das Verschulden der Vereinsführung wurde mit gültigem Spielerpaß ein nicht spielberechtigter Spieler eingesetzt. Nach Abschluss der Runde, als dieser Tatbestand aufgedeckt wurde, erhielt der FC 06 vom grünen Tisch aus Punktabzüge und musste dadurch absteigen.

Erstes Ziel war daher in den Folgejahren der Wiederaufstieg. Dies gelang zum Abschluss der Saison  1968/69. Unsere erste Mannschaft konnte die Meisterschaft erringen und stieg erneut in die höchste deutsche Amateurliga, die Südwestliga, auf. Das gelang 1967/68 noch nicht, als man zwar ebenfalls Meister wurde, in der Aufstiegsrunde aber scheiterte.

Von 1970 bis 1975 übernahm erneut Karl Bold die Vereinsführung. Er setzte seine ganze Kraft dafür ein, den als "Sandacker" von allen Gegnern verschrienen und gefürchteten Sportplatz an der Zweibrücker Straße neu herzurichten. Mit großer Unterstützung der Mitglieder, wie das auch schon in früheren Jahren beim Sportheimbau der Fall war, gelang es, einen tadellosen Hartplatz herzurichten, der sicherlich einer der besten im Landkreis war. Mit der Übernahme der Vorstandschaft durch Karl Bold übernahm Helmut Tretter, ein echtes Rodalber "Eigengewächs", die Betreuung und das Training der 1. Mannschaft. Er gehörte mit zu der Elf, die 1961/62 diesen großen Erfolg erzielt hatte. Die aktiven Mannschaften betreute er mit kurzen Unterbrechungen bis zum Jahre 1978. Sein Nachfolger wurde Werner Tretter, der aus der FC-Jugend hervorging und 12 Jahre lang mit großem Erfolg beim FK Pirmasens in der Regionalliga und der 2. Bundesliga mitwirkte. Und wiederum war der Erfolg auf der Seite von Helmut Tretter. 1971/72 und 1974/75 wurde die 1. Mannschaft zweiter Amateurmeister. Sie nahm erstmals in der Vereinsgeschichte an den Spielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft teil. 1974 konnte die 1. Mannschaft den erstmals ausgespielten Wanderpokal des Südwestdeutschen Fußballverbandes auf Anhieb gewinnen.

Nach Karl Bold übernahm 1975 bis zum Jahre 1979 Ernst Hoffmann die Vereinsführung. Bei der Generalversammlung 1977 wurde Karl Bold für seine Verdienste um den Verein neben Willi Frank ebenfalls zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Beide Ehrenvorsitzenden mussten 1979 erneut in die Bresche springen und das Vereinsschiff für kurze Zeit lenken, als sich bei der Generalversammlung niemand bereitfand, den Vorsitz zu übernehmen. Erst in einem zweiten Anlauf konnte nach einer Satzungsänderung, nach der künftig den Verein ein "Vierergestirn" führen sollte, eine erfolgreiche Wahl vorgenommen werden. Zu gleichberechtigten Vorsitzenden wurden Karl Bold, Hans Hoffmann, Werner Tretter und Klaus Habelitz gewählt. Es kostete viel Arbeit, das Vereinsschiff wieder flott zu machen.

Seit 1981 führten Klaus Habelitz als 1. Vorsitzender und Werner Tretter als 2. Vorsitzender den Verein. Die Vereinsführung unter Klaus Habelitz und Werner Tretter war geprägt von dem Bemühen, die Finanzlage des Vereins wieder auf eine solide Grundlage zu stellen. Eigener Nachwuchs wurde an Stelle von kostspieligen auswärtigen Spielern in die Mannschaft integriert. Diese Marschrichtung wurde auch von Josef Metzger fortgesetzt, der Werner Tretter als 2. Vorsitzenden ersetzte.

Trotzt aller Bemühungen konnte aber der Abstieg in die A-Klasse im Spieljahr 1985/86 nicht verhindert werden. Aber die Moral unserer Mannschaft war ungebrochen. Es wurde jetzt intensiv auf den Wiederaufstieg hingearbeitet. Unter dem Führungsduo Dieter Stegemann/Josef Metzger wurde im Spieljahr 1988/89 der Aufstieg in die Bezirksliga geschafft.

Klaus Habelitz, der im März 1988 aus beruflichen Gründen zurücktrat, hatte in den fast neun Jahren seiner Tätigkeit als Vorstand mit viel Geschick und großem Einsatz den Verein in einer schwierigen Phase erfolgreich geführt. Seine Arbeit wurde ebenso erfolgreich von Dieter Stegemann und Josef Metzger fortgesetzt.

Zu einem überraschenden Führungswechsel kam es im Oktober 1990 infolge tiefgreifender Zerwürfnisse zwischen der Führungsmannschaft Dieter Stegemann einerseits und den aktiven Spielern der 1. und 2. Mannschaft und des Trainers anderseits. Einmal mehr musste Karl Bold als Ehrenvorsitzender den Verein führen, bis dann im zweiten Anlauf Hans Hoffmann als 1.Vorsitzender und Roman Hanke als 2. Vorsitzender die Führung des Vereins übernahmen.

Dank ihrer Initiative kam sofort Bewegung in die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung über die Sanierung der Sportanlage an der Zweibrücker Straße bzw. Umzug in das Sportzentrum Lindersbach. Nachdem eine Kostenschätzung für die Sanierung der bestehenden Sportanlage einschließlich Sportheim eine horrende Summer ergab, rückte der Umzug in das Sportzentrum Lindersbach immer mehr in den Vordergrund. Mit großer Mehrheit wurde schließlich durch die Mitgliederversammlung am 18. September 1992 dem Verkauf der alten Sportanlage zugestimmt.

Die Schwierigkeiten begannen erstens damit, dass die Stadt Rodalben das Sportzentrum von der Verbandsgemeinde loslösen musste. Zweitens musste die Stadt Rodalben den Verzicht auf das Vorkaufsrecht für das vereinseigene Gelände erklären und drittens musste die Stadtverwaltung die Nutzung des vereinseigenen Geländes als Einkaufzentrum durch den 1991 aufgetauchten Investor gegen den massiven Widerstand der Rodalber Geschäftsleute durchsetzen und einen Bebauungsplan zur Genehmigung durchbringen. Erst nach Überwindung dieser Schwierigkeiten konnte ein im Dezember 1992 abgeschlossener Vorvertrag über den Verkauf der Sportanlage Zweibrücker Straße im November 1993 rechtskräftig werden.

Dramatisch wurde es noch einmal, als der Investor den vertraglich festgelegten Zahlungsmodus nicht einhalten konnte, so dass im Mai 1995 der Kaufvertrag umgeschrieben wurde. Der neue Zahlungsmodus wurde dann bis Dezember 1995 eingehalten, aber die im April 1996 fällige Rate musste schließlich über den Rechtsweg eingeklagt werden.

Inzwischen war auch der Kauf des halbfertigen Sportheimes des SV 53 Rodalben mit der Stadt als Hauptgläubiger ausgehandelt, so dass im Sommer 1994 mit den Fertigstellungsarbeiten begonnen werden konnte. So konnte schon im Herbst 1994 der Spielbetrieb nach und nach im Sportzentrum Lindersbach durchgeführt werden. Mit der Fertigstellung des Sportheimes konnte dann im Januar 1995 der offizielle Umzug in das mittlerweile stadteigene Sportzentrum stattfinden. Damit hatte sich der FC Rodalben endgültig im Sportzentrum Lindersbach etabliert. Mit einen Rasenplatz, einem Hartplatz und einem neuen Sportheim wurden die Voraussetzungen für einen verbesserten Trainings- und Spielbetrieb geschaffen.

Vergessen sollte man nicht, dass der mühsame Weg von den ersten Verhandlungen mit den Stadtvätern und dem Investor von der gesamten Vorstandschaft mitgetragen wurde. Erwähnen sollte man aber das starke Engagement des Sonderausschusses, der eigens gebildet wurde für die Abwicklung aller Geschäfte, die zu der heutigen Situation des FC 06 Rodalben geführt haben. Es waren außer dem 1. und 2. Vorsitzenden die Ausschussmitglieder Ruprecht Becker, Günther Igel, Klaus Pfundstein, Emil Schlickel und Erich Noll. Seit 1996 stehen 3 gleichberechtigte Vorstände an der Spitze des Vereins. Dies sind Roman Hanke, Franz Frank und Rudi Conrad. Sie führen den Verein im Sinne ihrer Vorgänger weiter.

Sportlich betrachtet konnte man im Jahre 2000 nach 11 Jahren wieder eine Meisterschaft in Rodalben feiern. Die 1. Mannschaft unter ihrem Trainer Herbert Keller wurde Meister in der Bezirksliga Westpfalz und stieg somit in die Landesliga West auf. Leider mußte man in der darauffolgenden Saison den Abstieg wieder hinnehmen.

In den Folgejahren wurde der Verein in tiefere Amateurklassen durchgereicht, sodass er zuletzt in der Kreisliga Pirmasens/Zweibrücken spielte. In der Saison 2010/11 schaffte der FC Rodalben als Meister den Aufstieg in die Bezirksklasse Westpfalz.

Zur Saison 2015/16 meldete der FC Rodalben seine aktive Herrenmannschaft vom Spielbetrieb ab.

 

   

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